Aus Fehlern wird man klug. Nein — nur arm.

Aus Fehlern wird man klug. Klug ist nicht reich.
Auf jeder Bühne sitzt jemand, der erklärt, wie wertvoll sein Scheitern war. Ich halte das inzwischen für eine Erzählung, die Verluste nachträglich hübsch macht.
Mein teuerster Fehler war nicht der, für den ich ihn lange gehalten habe.
2006 habe ich Investoren stimmberechtigte Anteile gegeben. Sie haben mitgeredet, um ihre Ausschüttung zu sichern, nicht um das Unternehmen nach vorne zu bringen.
Das war die Fehlentscheidung. Aber sie war nicht das Problem.
Das Problem war, dass ich zehn Jahre gebraucht habe, um daraus etwas zu machen.
Ich habe nicht klar gesagt, was ich erwarte. Ich habe die Konsequenz nicht gezogen. Ich habe mich arrangiert und weitergearbeitet.
Zehn Jahre. Die kann ich nicht zurückkaufen.
Und hier ist der Punkt, um den es mir geht: Ich habe die Lehre nicht durch den Fehler gelernt. Ich kannte sie vorher. Kapital und Kontrolle sind zwei Dinge — das steht in jedem Standardwerk.
Erfahrung hat mir kein Wissen verschafft. Sie hat mich nur Geld und Zeit gekostet, um zu bestätigen, was ich hätte nachlesen können.
- Wissen bekommt man günstig. Erfahrung ist die teuerste Art, dasselbe zu erfahren.
- Zwischen Erkennen und Handeln liegt der eigentliche Verlust. Bei mir waren es zehn Jahre.
- Reich wird man nicht durch Scheitern. Sondern durch Umsetzen, Durchhalten und den Mut, unbequem zu sein.
Was wissen Sie seit Jahren und handeln nicht danach?